Es gibt ja Bandnamen, bei denen man sich sicher sein kann, dass es sie mindestens 100x auf der Welt gibt. Brady Miller hätte dies nach seinem Ausstieg bei den Partyproggern Bad Dudes eigentlich wissen müssen, denn diese hatten sich auf MySpace noch mit einem ellenlangen Screenshot darüber lustig gemacht, wie viele User alleine dort unter ihrem Namen angemeldet sind. Anstatt sich also wieder einen ähnlich einzigartigen Namen wie Miracle Chosuke oder Upsilon Acrux auszudenken, bei denen er auch mal aktiv war, entschied sich der Gitarrist mit dem wenig kreativen Nachnamen ebenso unkreativ für Howl.
Nur blöd, dass zeitgleich eine gleichnamige Relapse-Band von sich reden machte und deren Label offenbar die gewichtigeren Anwälte am Start hatte. Das großartige Debütalbum Party verschwand so in der Versenkung (bzw. wurde lediglich bei iTunes veröffentlicht), und die Band zerbrach fast an den juristischen Rangeleien mit dem renommierten Metal-Label. Stillen Protest gab's fortan bei MySpace, wo man im Wochentakt wahre Bandnamen-Ungetüme raushaute, die es so garantiert noch nicht gab. Letztendlich blieb Wyo Stars übrig, wobei noch abzuwarten ist, ob die bei iTunes gelisteten Stars of Wyoming das auf Dauer mitmachen werden.
Nur gut, dass Wyo Stars ein besseres Händchen bei ihren Songtiteln (z.B. Crystal Wand of the Wizard Dude oder Fucking U.F.O.'s) und vor allem bei ihrer Musik haben, denn da fehlt es ihnen wirklich nicht an Kreativität. Wenn man Bad Dudes und Miracle Chosuke kennt, ist man auch schon gleich auf dem richtigen musikalischen Gleis, denn wie bereits in diesen Bands drückt Miller mit seinem charakteristischen Gitarrenspiel, das übrigens zuletzt auch von Beastie Boys-Keyboarder Money Mark in Anspruch genommen wurde, den Wyo Stars seinen Stempel auf. Geboten wird mal mehr, mal weniger angeproggter Sci-fi Surf Rock, der auf der vorliegenden Vinyl-EP (digital dann bei iTunes & Co.) meist ohne Gesang auskommt. Ein paar Science Fiction-Vocals gibt's im leicht entrückt wirkenden Opener, und im verfrühten Sommerhit Glown bekommt man eine ebenfalls effektgeschwängerte Kopfstimme zu hören. Die anderen drei Songs hätten sich auch bestens auf ihrem Debüt eingefügt und lassen mich auf einen weiteren Longplayer hoffen, denn eine knappe Viertelstunde ist dann doch ein bisschen wenig.
Aber ich will nicht motzen, denn schlimmer wäre es gewesen, wenn sich diese vielversprechende Band aufgelöst hätte. Als Appetizer kann man sich Basuco Spells auf jeden Fall schmecken lassen, denn qualitativ haben sie auch unter dem neuen Namen keineswegs nachgelassen. Von daher: the Real Howl are back!!!
Andreas Hoffman | URL